Dienstag

Zhuangzi






"Bei wem die reine Einfalt hin ist, der wird ungewiß in den Regungen seines Geistes. "

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich bitte dich, erkläre dich :)

Ich verstehe dich so, dass Einfalt für dich positiv ist. Wie definerst du sie genau? Kann es sie überhaupt geben? -Denn in uns selber ist ja schon ein Konflikt zwischen unseren Trieben und unserem moralischen Gefühl, sodass man gezwungen ist nachzudenken und es einem nicht möglich ist, sich einfach der eigenen Einfalt hinzugeben..

Dann: Wie definierst du Geist? Kann uns unserer Geist überhaupt gewiss sein? Wenn einem der eigene Geist gewiss ist, harmoniert man mit sich, hat man sich selbstverwirklicht, zu sich gefunden.

Aber ist das wirklich mit Einfalt möglich? Muss man sich nicht mit der Vielfalt der Welt befassen, seinen Horizont erweitern, über sich hinauswachsen um zu sich selbst zu finden?

Mhmm. Mir kommt gerade der Gedanke: Verstehst du unter reiner Einfalt dass konsequente Handeln nach einer gut durchdachten Moral?

Der Ausspruch hält viele Interpretationsmöglichkeiten offen, dass verwirrt mich.. ich möchte wissen, wie es gemeint ist :)

LG

Der wahre Orden der heiligen Einfalt hat gesagt…

Was gibt es zu erklären?

Einfalt kann nicht definiert werden, dann wär sie ja keine Einfalt. Vergiß einfach, und du wirst in ihr schwimmen.

Vergiß die Triebe, vergiß das moralische Gefühl, vergiß das Denken.
Es gibt keine eigne Einfalt. Es gibt nur Einfalt.

So was wie Geist gibt es nicht. Eigentlich sind da nur Gedanken, die sind da, und dann wieder nicht. Selbstverwirklichung und sich selbst finden sind Waren die auf einem Marktplatz feilgeboten, die aber nie geliefert werden (frei nach U.G. Krishnamurti).

Man muss sich nicht mit der Vielfalt der Welt befassen. Wozu? Es reicht fällig aus zu essen und zu schlafen, zu atmen, zu riechen, zu lauschen. Der Horizont ist immer ganz hinten, also immer nicht erweiterbar. Du kommst ja nicht mal an ihn heran. Viel besser ist es sich selbst zu verlieren, als sich selbst zu finden.

Es geht bestimmt nicht um ein konsequentes handeln nach einer durchdachten Moral. Eher ein natürliches, spontanes Handeln (das, was die Chinesen mit Wei Wu Wei, Tun des Nichttuns und als Ziran (vielleicht als "von Selbst so tun" übersetzbar) bezeichnen.)

Wenn ein Ausspruch eine große Weite umfasst, dann ist es das beste, was passieren kann. Das Leben ist eher uneindeutig, verschwommen, wie ein Gedicht oder ein Bild als faktisch, wie manche Gedanken es sich erträumen.